Yoga der Energie

Yoga der Energie - eine Lebensquelle 

nach Boris Tatzky 

 

Am Anfang der Yoga-Sutras des Patanjali lesen wir "Yoga citta vrtti nirodaha." Yoga bedeutet, die Bewegungen der Gedanken zur Ruhe zu bringen. Darauf folgt dann die Angabe, wie dies zu erreichen ist. Der angegebene achtgliedrige Pfad soll zum letztendlichen Ziel zu Samadhi führen.

 

Die Erkenntnis, dass nichts unabhängig von einander existiert, dass wir eingebunden sind in die gesamte Schöpfung, dass wir Schöpfung und Schöpfer zugleich sind und dass Freude oder Leid in unserem Geist geboren werden und nicht im Aussen.

 

Am Beginn einer jeden Übung steht die Sammlung. Wir werden uns des Ist-Zustands bewusst. Wir kommen aus der Bewegung zur Ruhe. Jetzt ist es nicht mehr der wertende, unterscheidende Geist der wahrnimmt, sondern die Instanz des Geistes, die wir im Yoga der Energie als Zeugen oder Beobachter benennen. 

 

Im  Zustand des Beobachters erfahren wir die Wandlung, denn jetzt beginnen wir direkt zu erfahren ohne das unsere Vorstellungen, unsere Wünsche und Emotionen unsere Wahrnehmungen färben und  einengen. Dadurch kann das, was tatsächlich ist, erfahrbar werden. Natürlich beginnen wir dann auch zu erleben, wie sehr unsere geistigen Aktivitäten uns an unserer unmittelbaren Wahrnehmung hindern.

 

Mit dem Grad der Achtsamkeit, den wir jetzt erreicht haben, beginnen wir die Bewegung auszuführen. Immer werden erst generelle Vorbereitungsübungen vollzogen, um den Körper allgemein einzustimmen und dann folgen spezifische Übungen, um die Erfahrungspotentiale der Asana deutlich werden zu lassen. Der Grad der Achtsamkeit wächst mit dem Eintauchen in die Übung und die Erfahrung des Körpers. Jetzt werden der Atem und die Bewegung mit einander verbunden. Sie unterstützen sich gegenseitig. Wir beginnen uns auf das was ist einzulassen. Die Akzeptanz des Soseins unseres Körpers lehrt uns, das wir dadurch mehr Freiheit und Weite erlangen. Frei von Urteil und Vorurteil können wir nun glücklich und im Einklang mit unserem Körper sein.

 

Die Erfahrung erfolgt so:

- Ich lasse los und mein Körper beschenkt mich mit Durchlässigkeit.

- Ich lasse los und ich erfahre Weite im Körper.

- Ich lasse los und diese Weite im Körper ist identisch mit der Weite im Geist.

- Ich lasse los und ich bin.

 

Die Lebensquelle ist die tiefe Ruhe, die wir finden können, wenn nichts mehr zählt außer dem Augenblick in dem wir sind, wenn wir Eintreten in die Erfahrung des Verbundenseins mit allem was lebt und aus der Quelle der kosmischen Energie leben, von der wir ein Teil sind.

Mittwoch, Kundalini Yoga 

Zeit:            9:00 - 10:30

Leitung:      Gabriele Wilcke